Making of: Annette Humpe Zeitgeschichte

Ende Oktober feierte Annette Humpe ihren 60sten Geburtstag. Ihr zu Ehren hat sich ihr Team von Universal ein Tribute-Doppelalbum auf die Beine gestellt, Gratest Hits und Coverversionen von anderen Bands. Schon unglaublich, was die Dame in ihrem Leben auf die Beine gestellt hat. Ich habe das erste Konzept und die Zeichnungen für das Album gemacht. Das Graphikdesign erledigte das Büro Eat Sleep + Design hervorragend professionell bei einer mörderischen Deadline von acht Tagen von Auftragsabgabe bis Drucktermin.


Das Booklet is ein Poster-Wimmelbild, mit der Vorgabe, eine Anspielung auf jeden Song des Albums, wichtige Personen aus ihrem Leben und einige Archivfotos unterzubringen. Spaßige Aufgabe.

Hier noch einige Skizzen und Versuche zeigen, die es auf dem Weg entstanden sind. Ich fange meistens mit sehr einfachen Layouts an. Mein Kunde wollte schon etwas portraitmaßiges, ich hatte zu der Zeit allerdings keine guten Fotos von ihr und heutzutage läuft sie ja viel mit Sonnenbrille rum. Also versuchte, ich erstmal etwas graphisches zu machen, wo die Ähnlichkeit nicht superwichtig ist.

Entwurft 2 war mein und Kundens Liebling. Hier habe ich aber nicht wirklich geschafft, die einfache Signet-Idee mit Annettes Aussehen zu verbinden. Guckstdu hier:

Ich fand es auch irgendwie geschummelt, sich in etwas Abstrahiertes zu flüchten, nur weil man gerade kein gutes Bild als Vorlage zu Händen hält – so sehr ich die Idee gut fand – Kunde wollte auch etwas mehr Ähnlichkeit zur Person und schickte mir irgendwann bessere Fotos von einem Ich+Ich Fotoshoot, wo Madame mal keine Lindenberg-Brille auf hat. Warum nicht gleich, wa? Die Trauer über meine Niederlage gegen dieses Motiv wisch dann schnell dem warmen Kribbeln im Bauch, ob der Gewissheit nun wahrscheinlich doch etwas innerhalb der Deadline fertig zu kriegen, Nachtschicht inclusive. Ich hatte ziemlich viel Zeit mit der Variantenbildung verbrannt und das Wimmelbild war zu der Zeit auch noch nicht fertig. Spielte ich forher noch mit verschiedenen Stilideen, entschied ich mich nun beim beim Endmotiv für Strichzeichnung. Das wollte Kunde eh von Anfang an und da fühle ich mich auch am sichersten. Bei den Augen hat mir das Foto das Leben gerettet, den Rest hat man dann drumrum gebastelt.

Lustige war auch, dass ich Annette erst mit weniger Falten gezeichnet habe, dann auf ihre Anfrage hin wieder mehr Falten reingezeichnet habe. Das sei ja albern, sie wie eine Zwanzigjährige abzubilden. Hörst du, Hollywood? Die Tinten-Klekse haben sie in der Endversion leider rausgenommen. Alles in Allem hat der Job sehr viel Spaß gemacht und ich hoffe, ihr geht jetzt alle das Album kaufen. Ich find’s echt sehr gelungen.

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